1569 Zitate und 128 Gedichte über Zeit.

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Glück ist ein Zeitraffer, Pech eine Zeitlupe.

© Erhard Horst Bellermann (*1937), deutscher Bauingenieur, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Bellermann, Wer Zweifel hegt, der zieht sie groß, Engelsdorfer Verlag 2017

Befreie dich für dich selbst und erlange und bewahre für dich die Zeit, die dir bisher offen geraubt oder heimlich gestohlen wurde oder aber einfach verloren gegangen ist.

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. - 65 n. Chr.), genannt Seneca der Jüngere; römischer Philosoph, Stoiker, Schriftsteller, Naturforscher und Politiker; Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero (Römischer Kaiser von 54 - 68)

Quelle: Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 1. Brief. Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Vindica te tibi, et tempus quod adhuc aut auferebatur aut subripiebatur aut excidebat collige et serva

Auch der Raum ist ein zeitlicher Begriff. Wenn ein Punkt Bewegung und Linie wird, so erfordert das Zeit. Ebenso, wenn sich eine Linie zur Fläche verschiebt. Desgleichen die Bewegung von Flächen zu Räumen.

Paul Klee (1879 - 1940), deutscher Maler und Graphiker, in der Schweiz geboren und aufgewachsen, gehört zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts. Sein Werk wird dem Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus und dem Surrealismus zugeordnet

Quelle: Klee, Paul, Schöpferische Konfession. In: Tribüne der Kunst und der Zeit. Eine Schriftensammlung, Band XIII, Herausgegeben von Kasimir Edschmid, Erich Reiß Verlag, Berlin 1920

O die Zeit ist
Ein wundertätger Gott. In einer Stunde rinnen
Viel tausend Körner Sandes, schnell wie sie
Bewegen sich im Menschen die Gedanken.
Nur eine Stunde! Euer Herz kann sich,
Das seinige sich wenden – Eine Nachricht
Kann kommen – ein beglückendes Ereignis
Entscheidend, rettend, schnell vom Himmel fallen –
O was vermag nicht eine Stunde!

Friedrich von Schiller (1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich, ab 1802 von Schiller, deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker

Quelle: Schiller, Wallenstein (Trilogie), entst. 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 6. Auftritt, Gordon

Wir werden nicht geboren, sondern nur kurzzeitig dem Nichts entzogen.

© Elmar Schenkel (*1953), Anglist, Autor, Übersetzer, Maler

Quelle: Schenkel, Anruf aus der Kreidezeit. Aphorismen und andere Alphornissen, Collection Montagnola Nr. 56, hrsg. von Klaus Isele, BoD 2019. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers. Vom Erscheinen und Verschwinden