Zitat zum Thema: Aberglaube

Wenn sie dann wieder etwas Ungewöhnliches mit großer Verwunderung sehen, so halten sie es für ein Wunderzeichen, das den Zorn der Götter oder des höchsten Wesens verkündige, und das mit Opfern und Gelübden also zu sühnen, die dem Aberglauben fröhnenden und wahrer Religiosität abgewandten Menschen für Pflicht halten. In gleicher Weise erfinden sie Unendliches und legen die Natur aufs Wunderlichste aus, als ob diese so unsinnig wäre, wie sie selbst.

Baruch de Spinoza

(1632 - 1677), eigentlich Benedictus d'Espinoza, holländischer Philosoph (Baruch = Schüler des Propheten Jeremias)

Quelle: Spinoza, Abhandlung über Politik (Tractatus theologico-politicus), 1670 (anonym), hier übersetzt von Berthold Auerbach 1841. Vorrede