Zitat zum Thema: Etymologie

Aus dem Schneider

Wenn man sich einer drückenden Verantwortung entziehen konnte, eine prekäre Situation gemeistert hat, dann ist man »aus dem Schneider«, wie eine weit verbreitete Redensart lautet. Man hat nichts mehr damit zu tun, das Kapitel ist abgeschlossen. Heute gebrauchen wir die Redewendung meist in diesem Sinne, obwohl sie doch eigentlich etwas ganz anderes bedeutet, nämlich »über 30 Jahre alt zu sein«, eine Feststellung, die man höchst ungalant einst von weiblichen Personen traf. Sie hatten dieser Meinung nach nichts mehr mit dem »Heiratskarussell« zu tun, man rechnete einfach nicht mehr mit ihnen. Der Ausdruck stammt, wie sich leicht vermuten läßt, aus dem Kartenspiel, wo »Schneider werden« bedeutet, daß man weniger als 30 Augen hat, während »aus dem Schneider sein« eine Augenzahl von mehr als 30 voraussetzt.

Redensart