Zitat zum Thema: Etymologie

Ich packe meine sieben Sachen
2. Version

Wieso packen wir unsere sieben Sachen? Warum sind es nicht acht Sachen?
Die Sieben spielt in der volkstümlichen Anschauung schon lange eine Rolle als heilige Zahl (z.B. in der Bibel) oder auch als böse Zahl (im Orient). In der bei uns (seit dem 17. Jhd.) bekannten Redensart steht die Sieben auch für eine geringe Anzahl von Dingen. Oft werden die "Sieben Sachen" auch als Aufforderung gebraucht: "Nimm deine paar Habseligkeiten und mach dich aus meinem Leben."

Leider ist diese Deutung jedoch nicht richtig. Vielmehr entstand diese Redensart aufgrund eines Hörfehlers. Um die ursprüngliche Bedeutung zu verstehen, muß man die Entstehungsgeschichte des Spruchs kennen.
Im Jahre 1818 ging ein gewisser Heinrich Schmidt nach Amerika, um sein Glück zu suchen. Er wollte Freiraum und landete am Ende in Kalifornien. Er suchte nach Gold, zunächst in einer Mine, aber Erfolg hatte er erst, als er anfing, im Fluß nach Gold zu sieben. Er wurde dadurch steinreich, und als er langsam älter wurde und sich nach der alten Heimat sehnte, kehrte er im Jahre 1858 als reicher Mann zurück nach Deutschland. Er baute sich ein Haus, nahm sich eine Frau und lebte in Saus und Braus. Er – gewohnt an die Freiheit des Goldsuchers – war aber trotzdem mit seinem Leben nicht immer zufrieden. Seine Frau bekam dies oft zu spüren, wenn sie ihn zu sehr bedrängte. Er sprang dann immer auf und brüllte: "Ich packe meine Siebsachen!", womit er seine Sachen zum Goldsuchen meinte. Leute, die das mitgehört hatten, waren beeindruckt von der Kraft seiner Ausdrucksweise. Allerdings verstanden sie ihn ganz falsch und gaben ihn folglich auch falsch wieder mit dem Satz "Ich packe meine sieben Sachen!", der dann später zur Redensart wurde.

Redensart